Die neue „Kleine ES“ 125/150 (1962 – 77)

Die Konstruktion der RT 125 war inzwischen in die Jahre gekommen. Ein neues kleines Motorrad mit komfortablem Vollschwingen-Fahrwerk und agilem Motor sollte geschaffen werden. Es wurde ein Rahmen aus Blechprägeteilen und leichten Aluminium-Gußteilen entwickelt, der große Stückzahlen durch nur wenige Schweißverbindungen ermöglichte. Im Jahr 1962 begann die Serienfertigung der kleinen ES, die bis 1977 mindestens 450.000 mal hergestellt worden ist, möglicherweise auch in noch höherer Stückzahl. Die Motorleistung des sparsamen und für den alltäglichen Betrieb konzipierten Motors betrug zunächst 8,5 (125ccm) und 10 PS (150ccm). Nach dem MZ bis 1967 fünfmal hintereinander die Weltmeisterschaft im Motorradgeländesport (Six Days) gewonnen hatte, wurde das weiterentwickelte Modell MZ ES 125/1 (ES 150/1) „Trophy“ genannt. Die nur 115 kg leichten Kräder hatten nun 10 und 11,5 PS.

MZ ES 125/150 in Zeitz 2018

ES 125 Ausführung für die Gesellschaft für Sport und Technik (GST)

Motor der neuen kleinen ES als Schnittmodell

Kleinserien-Geländemaschine MZ ES 125/G

Die große „Trophy“ (1967 – 73)

Im Jahr 1967 startete die Serienproduktion der ES 175/2 und ES 250/2 „Trophy“. Der Motor hatte nun Breitrippen-Zylinder und nadelgelagerte Pleuel, die ein geringeres Mischungsverhältnis ermöglichten. Die Motoren waren elastisch im Vollschwingen-Fahrgestell aufgehängt und leisteten zunächst 13,5 (175ccm) und 17,5 PS (250ccm). Die Motorleistung wurde 1970 auf 14,5 und 19 PS angehoben. Die letzte ES 175/2 lief 1972 die letzte Trophy 250/2 im Jahr 1973 vom Band.

MZ ES 250/2 „Trophy“ beim Pöhlbergrennen in Annaberg-Buchholz 2014

MZ ES 250/2 Trophy Gespann mit Super-Elastik Seitenwagen beim Pöhlbergrennen in Annaberg-Buchholz 

Die ETS 250 (1969 – 73)

Ab 1966 wurde parallel zur großen ES ein Modell mit Telegabel entwickelt. Die neue ETS 250 – ETS steht für Einzylinder-Telegabel-Schwinge – kam aber erst 1969 in den Handel. Die Konstrukteure um den Motorenspezialisten Roland Schuster und den Hauptkonstrukteur Manfred Thierfelder, sowie die Formgestalter Giese und Kelm hatten damit die m.E. schönste MZ geschaffen und die Forderungen vor allem westeuropäischer Importeure erfüllt. Mehrere Tausend Stück dieses Typs wurden ins Ausland – so auch nach England, Frankreich und die BRD exportiert. Von der ETS 250 sind zwischen 1969 und 1973 16.275 Stück hergestellt worden. Ein Exot blieb die ETS 175 von der 1969/70 genau 113 Stück hergestellt worden sein sollen – davon 100 für den Export ins tropische Thailand.

MZ ETS 250 bei der Oldtema in Halle, 2015

ETS 250 mit GVP-Rennverkleidung in Ziegenrück, 2014

MZ ETS 250 Eskort im Museum für sächsische Fahrzeuge

MZ ETS 250/G 5 Kleinserien-Geländesport-Maschine

Die „kleine“ ETS 125/150 ( 1970 – 73)

Vom Juli 1970 bis Mai 1973 wurden auch auf Basis (Motor und Rahmen) der kleinen ES-Modelle etwa 15.000 Stück mit Telegabel gebaut. Die ETS 125 ist mit nur etwa 4000 Exemplaren die seltenste Serien-MZ aus der DDR-Zeit.

MZ ETS 125/150 in Zeitz 2018

MZ ETS 150 beim ADMV Classic Cup in Köthen, 2015

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Quellen:  Ausstellungskatalog, Museum für sächsische Fahrzeuge e.V., Chemnitz, HB- Werbung und Verlag GmbH & Co KG, Chemnitz