Per Gerichtsbeschluß wurde August Horch untersagt, seine neue Firma mit seinem Namen zu benennen. Auf den ersten Plakaten der neuen Firma wies nun ein großes Ohr auf den Zusammenhang zwischen dem neuen Firmennamen und dem lateinischen Verb audire hin. Die erste Audi-Motoren-Generation ließ noch deutlich die Handschrift Horchs erkennen. Nach dem 1. Weltkrieg lebte Horch dann in Berlin und nahm hauptsächlich Ämter in allen möglichen Gremien inclusive des Verkehrsministeriums war. Die Motoren der zweiten Audi-Generation wurden von Hermann Lange und Erich Horn entwickelt. Die Zylinder waren nun nicht mehr paarweise, sondern in einem Block aus Leichtmetall mit eingezogenen Stahl-Laufbuchsen gegossen.

Audi Typ E Vierzylindermotor, 1913

Audi Typ E Vierzylindermotor, 1913 im August Horch Museum Zwickau

Audi-Motor im August Horch Museum Zwickau

Audi Typ K Vierzylindermotor, Baujahr 1921 im August Horch Museum Zwickau

Auf der Automobilausstellung 1923 in Berlin wurde ein neuer sehr moderner Audi-Typ vorgestellt – der Audi Typ M. Er besaß einen Sechszylindermotor mit oben liegender Nockenwelle mit einer Leistung von 70 PS. Als einer der Ersten hatte er Vierradbremse und Linkslenkung. Im Jahr 1927 folgte der Typ R mit einem 100 PS starken Achtzylindermotor. Doch die Weltwirtschaftskrise machte auch Audi zu schaffen. Wer konnte sich noch solche Fahrzeuge leisten? Der vor allem durch die sehr preiswerten und in hoher Stückzahl hergestellten DKW-Motorräder finanzstark gewordene Jørgen Skafte Rasmussen kaufte 1928 aus der Konkursmasse des amerikanischen Herstellers Rickenbacker die Maschinen der Motorenproduktion und stellte damit nun im neuen Werk Scharfenstein preiswert Sechs- und Achtzylindermotoren her. Im gleichen Jahr kaufte er Audi. Der neue Audi SS Typ „Zwickau“ mit Rickenbacker-Achtzylindermotor kostete nun nur noch 12.000 statt vorher mit Audi-Achtzylinder 17.000 Mark. Doch durch die Krise wurden nur wenige hundert Exemplare verkauft. Rasmussen importierte nun auch Vierzylindermotoren von Peugeot und baute sie in die bis dahin wenig erfolgreichen DKW-Modelle ein, die in Berlin-Spandau gebaut wurden. Während die Spandauer DKW mit ebenso störanfälligen wie durstigen Vierzylinder-Zweitakt-Ladepumpen-Motoren ausgeliefert wurden, vermarktete er die Spandauer Autos mit Peugeot-Viertaktmotoren als Audi Modell P. Nach der Fusion zur Auto Union konzentrierte sich die Marke Audi auf Modelle der oberen Mittelklasse. Im Audi-Werk Zwickau wurden aber ab 1932 vor allem die neuen DKW-Frontantriebsmodelle gebaut.

Audi Sechszylindermotor 18/70 PS, Baujahr 1926

Audi Sechszylindermotor 18/70 PS mit oben liegender Nockenwelle, Baujahr 1926

Audi Typ SS "Zwickau mit Rickenbacker Achtzylinder Baujahr 1930

Audi Typ SS „Zwickau“ mit Rickenbacker Achtzylinder-Motor Baujahr 1930

Audi P 5/30 PS, Baujahr 1931, DKW Werk Spandau

Audi P 5/30 PS, mit Peugeot-Motor, Baujahr 1931, DKW Werk Spandau

Audi UW 8/40 PS Cabriolet, Baujahr 1934

Audi UW 8/40 PS Cabriolet, Baujahr 1934 im August Horch Museum Zwickau

mehr zu den Audi Modellen der Auto Union 1932 bis 1945

mehr zu den DKW-Frontantriebs-Modellen, die bei Audi Zwickau 1932 bis 1945 gebaut wurden

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VEB Kraftfahrzeugwerk Audi Zwickau

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Quellen; Paul Gränz, Peter Kirchberg, Ahnen unserer Autos, Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1975