Die Ursprünge
Die Firma Schneeweiß in Chemnitz fertigte Flugmotoren für Luftschiffe. Philipp Dörhöfer übernahm die Firma und wurde wiederum von der Rapp Motorenwerke GmbH übernommen. Deren Gründer Karl Rapp war vorher Konstrukteur bei der Münchner Niederlassung der Flugwerk Deutschland GmbH.

Deutsche Militärs registrierten einen Rückstand bei der Entwicklung von Flugzeugen und Flugmotoren beispielsweise im Vergleich zu Frankreich. Die Ausschreibung des; „Wettbewerb um den Kaiserpreis für den besten Flugmotor“ im Jahr 1912 sollte helfen, diesen Rückstand aufzuholen. Karl Rapp entwickelte einen Vierzylinder-Flugmotor mit zunächst 90 PS und reichte ihn bei der Prüfungsstelle ein. Der Motor bewährte sich aber nicht, sodass die Flugwerk Deutschland GmbH anschließend insolvent wurde.

Rapp-Motorenwerke GmbH, München
Am 13. 11. 1913 gründete Konstrukteur Rapp trotzdem zusammen mit dem risikobereiten Finanzier Julius Auspitzer die Rapp-Motorenwerke GmbH in München und übernahmen auch die Anlagen der insolventen Flugwerk Deutschland GmbH. Philipp Dörhöfer schrieb aber später in einem Brief; „Der Ursprung der BMW ist die Firma Schneeweis in Chemnitz, die über den Luftschiffbau Veeh und das Flugwerk Deutschland, wo auch mein Name genannt ist, die Rapp-Motorenwerke hervorbrachten“.

In der Rapp´schen Fabrik wurde dann der nun auf 100 PS leistungsgesteigerte Flugmotor gebaut, der aber nach wie vor technisch nicht ausgereift und anderen Fabrikaten unterlegen war. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und ersten Luftkämpfen wuchs die Nachfrage an Flugmotoren sprunghaft an. Obwohl die anderen deutschen Hersteller die Nachfrage nicht stillen konnten, gelang es lediglich, drei Rapp-Motoren an das bayrische Militär zu verkaufen. Die Qualitätsmängel waren bekannt und wesentlich. Ein größerer Auftrag kam erst 1915 mit vierzig Motoren an die österreichischen Lohnerwerke zustande und danach einige Motorenlieferung an die k. und k. Marine. Die neuen Rapp-Motoren hatten acht Zylinder und 125 PS aber nach wie vor Probleme und führten zu technisch bedingten Abstürzen. Es entstand die Idee, Austro-Daimler Motoren in München in Lizenz zu fertigen und damit den akuten Motoren-Notstand des österreichischen Militärs zu lindern. Der Inspekteur der k. und k. Marine Franz Joseph Popp war nicht nur für die Kontrolle dieses Rüstungsbereiches zuständig, sondern auch Vertrauter des Industriellen Camillo Castiglioni und nun verantwortlich bei Rapp, eigentlich ein schwerer Interessenkonflikt in Form von Vermengung von Auftraggeber und Auftragnehmer. Die Produktion hatte aber nach wie vor große Probleme. Nur 17 der 224 bestellten Austro-Daimler-Lizenz-Motoren konnten bis Ende 1917 ausgeliefert werden.

Der „Höhenmotor“
Popp gelang es, den jungen Konstrukteur Max Friz von den Daimler-Motorenwerken abzuwerben. Nachdem Friz einige Monate lang versucht hatte, Konstruktionsfehler der Rapp-Motoren zu beheben, machte er den Vorschlag einen völlig neuen „Höhenmotor“ zu bauen. Sowohl Daimler (bei seiner vorigen Anstellung) als nun auch Rapp lehnten diesen Vorschlag ab. Inzwischen hatten Flugzeuge bei der Rüstung erste Priorität. Das Militär hatte das „Hindenburg-Programm“ entwickelt und versuchte die Produktion massiv zu erhöhen und bessere und schnellere Flugzeuge bauen zu lassen. Der Verantwortliche Major Felix Wagenführ strich zunächst, aufgrund der katastrophalen Qualität, die Rapp-Werke von der Liste der Hersteller, wurde aber kurze Zeit später auf die Konstruktionsunterlagen von Max Friz aufmerksam. Die IdFlieg beabsichtigte nun zunächst 600 Stück des geplanten „Höhenmotors“ zu bestellen. Krank und entmutigt verließ Karl Rapp, die von ihm gegründete Firma.

Bayrische Motorenwerke GmbH und BMW AG
Franz Joseph Popp, Max Friz, Max Wiedmann, Joseph Dümler firmierten am 21. 7. 2017 die Rapp Motorenwerke GmbH zur Bayrischen Motorenwerke GmbH und ein Jahr später zur BMW AG um. Der „Höhenmotor“ BMW IIIa wurde daraufhin in mehr als 2000 Exemplaren gebaut und war mit 260 PS der leistungsstärkste deutsche Flugmotor in diesem Krieg.

Erneute Umfirmierung zur „Südbremse“
Die eigentliche Bayrischen Motorenwerke AG firmierte ohne Hauptaktionär Castigliono im Jahr 1920 zur Süddeutschen Bremsen AG um und fertigte ab diesem Zeitpunkt im wesentlichen Bremsanlagen für die Reichsbahn.

BMW Vorgeschichte:          Teil 1 (Rapp 1912 – 1923)        Teil 2 (Otto 1909 – 1923)

BMW Automobile (1928 – 1945)

BMW Motorräder (1923 – 1945)

BMW Rüstungsproduktion

Geschichte des Eisenacher Fahrzeugbaus ab 1945

Quellen; Paul Gränz, Peter Kirchberg, Ahnen unserer Autos, Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 1975
               wikipedia/wiki/BMW
               Christian Pierer, Die Bayrischen Motorenwerke bis 1933, Oldenbourg Verlag, München, 2011
               Juraj Porázik, Motorräder aus den Jahren 1885 bis 1940, Verlag Slovart, 1983