Die großen Strassenrennen der späten zwanziger- und frühen dreißiger Jahre wurden von französischen und italienischen Fahrern und Fabrikaten dominiert. Neben Alpha Romeo waren wohl die französischen Bugattis die erfolgreichsten Rennwagen dieser Zeit. Der AIACR schuf im Jahr 1932 eine neue Formel, die ab 1934 gefahren werden sollte. Die Wagen mussten nun ein Höchstgewicht von 750 kg ohne Fahrer, Benzin und Öl haben und die Renndistanz der Läufe musste mindesten 500 Kilometer betragen. 

In Deutschland war Adolf Hitler an die Macht gekommen. Die Massenmotorisierung, ein modernes Verkehrsnetz und der schnelle Aufbau der Automobilindustrie waren für ihn von Anfang an wichtig – ein paar Jahre später wurde klar, aus welchen hauptsächlichen Gründen. Hitler unterstützte von Anfang an das motorsportliche Engagement von Mercedes und Auto Union mit erheblichen Subventionen.

Bei der Schaffung der Formel war man davon ausgegangen, das ein nur 750 Kilo leichter Wagen kaum einen größeren Motor als etwa zwei- oder zweieinhalb Liter Hubraum haben könne. Die deutschen Grand Prix Wagen hatten aber vier und fast fünf Liter Hubraum und fingen mit Leistungen von 295 PS (Auto Union) im Jahr 1934 an. Das war sehr viel. Alpha Romeo konterte mit einem Wagen, den ihre Rennabteilung Scuderia Ferrari in Modena schuf, mit zwei Motoren und 540 PS. Der Renner hatte aber einen ungeheuren Benzinverbrauch und musste oft an die Box zum Nachtanken. Ein bekannter Mythos ist der, dass der Grand Prix-Mercedes von 1934 mit 751 Kilo gewogen wurde, worauf Teamleiter Alfred Neubauer den Lack abschleifen ließ. Das Gewicht des Lacks hatte man bei der Kalkulation vergessen. Die Wagen erschienen nun im Silber ihrer blanken Alu-Karossen und bekamen ihren Namen Silberpfeile.

Der Rennfahrer Adolf Rosenberger hatte mit dem Benz-Tropfenwagen, der auf eine Konstruktion mit Mittelmotor von Edmund Rumpler zurückging, sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei diesem Fahrzeug wurde erstmalig im Rennsport ein Motor, der vor der Hinterachse angeordnet war und diese antrieb, angewendet. Im November 1931 beauftragten die Wanderer-Werke die Dr. Porsche GmbH mit der Entwicklung eines Rennwagens. Porsche und Rosenberger u.a. beschlossen nun ein Konzept eines 750kg-Rennwagens mit 16-Zylinder-Mittelmotor. Nach der Fusion der Chemnitzer Automobil-Firmen zur Auto Union im Juni 1932 übernahm Horch die Konstruktion für 75.000 RM von Porsche und führte die Entwicklung mit ihm weiter. Im Januar fanden erste Testfahrten mit dem Typ A statt. Hans Stuck stellte schon im März erste Rekorde auf und gewann den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring am 15.7.1934. Der Typ B für die Saison 1935 leistete bereits 375 PS aus dem auf 4951 ccm vergrößerten Hubraum. Die Bilder unten zeigen den Typ C aus den Jahren 1936, der 520 PS aus 6 Litern Hubraum erzielte. Die Wagen für die Rundstreckenrennen erreichten eine Geschwindigkeit von 340 Kilometern in der Stunde. Am 28. Januar 1938 verunglückte Bernd Rosemeyer beim zweiten Rekordversuch an diesem Tag. Beim ersten Versuch hatte er mit dem 545 PS starken Boliden 429 Stundenkilometer erreicht.

Autounion "Silberpfeil" im August Horch Museum Zwickau

Replica Auto Union „Silberpfeil“ Typ C im August Horch Museum Zwickau

Autounion "Silberpfeil" im August Horch Museum Zwickau

Replica Auto Union „Silberpfeil“ Typ C im August Horch Museum Zwickau

Grand Prix Motor Auto Union mit Roots-Gebläse

Silberpfeil Kurbelwelle

Vorderradaufhängung mit Trommelbremse und Reibungsdämpfer am Typ C

.

Video: Auto Union Silberpfeil

auf dem Hockenheimring

Cockpit des Typ C

Über das „Klopfmodell“ des Auto Union Typ C wurden die Aluminium-Bleche der Karosse getrieben. Automuseum „Prototyp“, Hamburg

Grand Prix für Wagen 1900 – 1914

Neue Strecken – neue Rennen 1918 – 1927

Grand Prix für Motorräder

Die Entstehung der Formeln

Motorsportarten in der DDR