Firmen von Jrgen Skafte Rasmussen

Der dänische Kapitänssohn Jrgen Skafte Rasmussen kam 1898 nach Sachsen, um am Technikum Mittweida Maschinenbau zu studieren. Schon 1903 gründete er mit Carl Ernst in Chemnitz eine Firma, die Dampfkesselarmaturen herstellte.  Im Jahr 1906 kaufte er in Zschopau eine Textilfabrik, die in eine Krise geraten war. Dort stellte er zunächst spezielle Ventile, von ihm erfundene patentierte Dampfentöler, Zentrifugen und im Ersten Weltkrieg auch Zünder für Granaten her. In dieser Zeit versuchte er auch einen Dampfkraftwagen für das Militär zu bauen. Von diesen Bemühungen blieb die Markenbezeichnung DKW für Dampfkraftwagen übrig, die er sich schützen ließ. 

Im Jahr 1919 stellte Rasmussen den Ingenieur Hugo Ruppe ein. Der Sohn des Gründers der Maschinenfabrik A. Ruppe & Sohn aus Apolda war ein Pionier des Kleinwagen- und Kleinmotorenbaus. Hugo Ruppe hatte in Markranstädt 1907 die MAF gegründet und kleine wendige Autos mit luftgekühlten Vierzylindermotoren konstruiert und gebaut. Ab 1914 produzierte auch diese Firma nur noch für das Heer. Ruppe wurde zum Militär eingezogen und kehrte nicht wieder nach Markranstädt zurück. In Zschopau baute er nach Kriegsende einen Kleinstmotor, den Rasmussen als Spielzeugmotor vermarktete. Rassmussen nannte ihn DKW – „Des Knaben Wunsch“. Zur Herbstmesse 1919 in Leipzig wurde eine größere Version des kleinen luftgekühlten Zweitakters vorgestellt, der aus 122 ccm ein PS Leistung entwickelte und als Hilfsmotor an fast jedes Fahrrad angebaut werden konnte. Von diesem Motor wurden in etwa 3 Jahren mehr als 25.000 Stück verkauft. 1924 wurde die erste DKW mit Ladepumpe gebaut und Ratenzahlungsverträge angeboten. Ein neues Modell folgte dem anderen.  Der Marketing-begabte Rasmussen baute ein dichtes Händler- und Service-Netz auf, das auch Motorradbekleidung, Brillen und sogar DKW-Zigaretten vertrieb. Bereits im Jahr 1928 war das DKW Motorradwerk in Zschopau das größte der Welt. 

DKW-Fahrradhilfsmotor Das Kleine Wunder

DKW-Fahrradhilfsmotor „Das Kleine Wunder“ im August Horch Museum Zwickau

DKW E 300 Baujahr 1928 beim Oldtimertreffen in Pegau 2016

DKW E 300 Baujahr 1928 beim Oldtimertreffen in Pegau 2016

Nach Kriegsende lernte Rasmussen den Ingenieur Emil Fischer kennen, der bei ihm in Zschopau einen ersten mit Zweizylinder-Zweitaktmotor ausgerüsteten Kleinwagen entwickelte, welcher jedoch nicht in Serie ging. Im Jahr 1924 erwarb Rasmussen die Firma Slaby & Behringer in Berlin, die ihre kleinen Elektrowagen seit 1920 auch mit DKW-Zweitaktmotoren verkaufte. Ein neues, recht primitives Kleinwagen-Projekt scheiterte, worauf in Kooperation mit AEG und AFA in Berlin zunächst Elektrodroschken hergestellt wurden, von denen über 500 Stück verkauft worden sein sollen. Das erste richtig erfolgreiche DKW-Auto war der P 15, der auf der Frühjahrsmesse 1928 in Leipzig vorgestellt wurde. Am weitesten verbreitet waren die Frontantriebstypen F 1 bis F 8 von denen mehr als eine Viertelmillion verkauft wurden. Rasmussen kaufte viele weitere Firmen, u.a. im Jahr 1928 die Audi AG auf. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurde die Situation in seinen Firmen schwierig. Die Sächsische Staatsbank drängte ihn im Frühjahr 1932 dazu, rückwirkend zum 1.11. 1931, mit den Audi Werke AG Zwickau, der Horch AG und den Wanderer Werken Chemnitz (Schönau/Siegmar) zu fusionieren.

Historie der DKW-Zweiräder

Standort Zschopau

DKW SB 500 Baujahr 1937

DKW SB 500 Baujahr 1937 bei der „Via Regia“ in Markranstädt, 2016

DKW-Frontantriebsmodelle

Standort Zwickau

F 8 Cabriolet beim Young- und Oldtimertreffen in Pegau, Sachsen, 2016

F 8 Cabriolet beim Young- und Oldtimertreffen in Pegau, Sachsen, 2016

Historie der DKW-Autos

Standort Berlin und Berlin/Spandau

DKW P 15 mit Zweitakt-Frontmotor und Heckantrieb, bei der Oldtema in Halle, 2015

DKW P 15 mit Zweitakt-Frontmotor und Heckantrieb, bei der Oldtema in Halle, 2015

Framo

Standorte Frankenberg u. Hainichen/Sachsen

Framo Einheitstyp

Framo-Transporter des VEB Barkas-Werke als Nachfolger des Einheitstyp V 501, in Pegau 2016

DKW Marketing

DKW-Kindertretauto "Teufelchen" im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz

DKW-Kindertretauto „Teufelchen“ im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz

 Rennfahrzeuge Sonderfahrzeuge

DKW-Front Rennwagen beim ADMV Classic Cup in Köthen

DKW-Front Monoposto-Rennwagen beim ADMV Classic Cup in Köthen, 2010

Zur Geschichte der Auto-Union AG Chemnitz

Weitere Firmen von Jrgen Skafte Rasmussen:

  • Rota Magnet-Apparatebau GmbH, Zschopau; Magnetzünder
  • Metallwerke Zöblitz;
  • Deutsche Kühl- und Kraftanlagen GmbH (DKK), Scharfenstein; Kühlanlagen, Kühlschränke, Rickenbacker Sechs- und Achtzylindermotoren für Audi
  • Eisen- und Flugzeugwerk Erla GmbH; Flugzeuge
  • Schüttoff, Chemnitz; Motorräder, später „Dynastarter“ (Anlasser/Lichtmaschine), elektrische Ausrüstung

 

Beteiligungen:

  • Berliner Maschinenfabrik Prometheus GmbH
  • Elcamo Motor- Aggregatebau GmbH, Berlin
  • Eisengießerei Annaberg

 

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Quellen; Paul Gränz, Peter Kirchberg, Ahnen unserer Autos, Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1975