(in Arbeit)

Foto: Henry Schöne, Leipzig

Kommunikation mit Mechaniker Andreas Claus

Nach dem Heubergrennen musste an alle Formel-rennwagen ein Bogen auf den Überrollbügel angeschweißt werden. Dieser sollte den Helm bei normaler Sitzposition um zehn Zentimeter überragen.

Einer der Höhepunkt des Jahres war zweifellos das Sachsenring-Rennen. Mindestens 34 Fahrer der LK II 1300 starteten zum Training, um einen der 25 Startplätze zu bekommen. Während des Rennens konnte ich mich zunächst etwas nach vorn arbeiten, dann sprang aber der Kugelkopf aus dem Schalthebel des Getriebes. Ich schleppte mich noch bis in die Boxengasse. Andreas bekam den Schaden nicht gerichtet. 

Das Rennen war im Prinzip gelaufen. Doch ich stieg aus, nahm mit meinem Mechaniker die Haube ab, behob schnell den Schaden und fuhr zum Erstaunen des Publikums wieder auf die Strecke, obwohl ich durch den Stopp keine Chancen auf eine brauchbare Platzierung mehr hatte. Die Reparatur hatte ziemlich genau eine Runde gedauert. Doch Sachsenring war nur einmal im Jahr. Jede Runde war eine kostbare Übungsmöglichkeit und das Fahren machte so viel Spaß. Auch ein LK II-Wagen erreichte zum Queckenberg herab etwa 240 km/h.

Die Ramones haben nicht Musik gemacht, weil sie unbedingt auf Platz 1 der Charts wollten. Sie wollten richtig laute Musik hören und das haben sie in der Tat, als sie vor ihren großen PA-Boxen auf den Bühnen der Welt standen. Wir hatten auch ein großes Publikum. An diesem Tag etwa 200.000 die vielleicht nicht ganz so ausgerastet sind, wie Besucher von Ramones-Konzerten, aber viel schlechter war das Feedback auch nicht.

Ich wollte Rennen fahren, weil es faszinierend war. Ich hätte auch weiter gemacht, wenn ich selten oder nie aufs Treppchen gekommen wäre. Henry kam diesmal auch nicht aufs Treppchen, aber er belegte immerhin Platz 10.

Startaufstellung der LK II Schleiz 1989. Im Vordergrund Frank Schierig. Foto: Henry Schöne, Leipzig

Auf Schleiz freute ich mich sehr. Hatte ich vor dem Sachsenring einigen Respekt, weil er für mich neu war, so hatte ich die Strecke in Schleiz im Frühjahrstraining schon ein wenig kennengelernt. Von den 34 Leuten in meiner Klasse kam ich wieder zu einem Startplatz, dem Mittelfeld nicht mehr fern. Ich hatte Vertrauen zu meinem betagten Renner gewonnen und war richtig heiß, zu sehen was möglich war. Bald überholte ich Frank Schierig, der aber kurz darauf wieder an mir vorbei zog. Bis zum Ende des Rennen schenkten wir uns nichts. In diesen Runden stellte ich fest, dass der Rennsport mir richtig gut gefiel. Rallye oder Auto Cross könnte ich ja auch später noch machen. 

Am Buchhübel vor Frank Schierig. Foto: Hannes Bemme

Ich war nicht ganz unzufrieden damit, vom 21. Startplatz auf den 16. Platz vorgefahren zu sein. Das war nun nicht ein Top-Ergebnis, aber für einen Einsteiger mit betagtem, nicht ganz konkurrenzfähigem Material sagen wir mal hoffnungsvoll.

Video des Laufs auf Youtube

Ergebnisse auf: Die Formel 1 des Ostens

Der Autor beim Rödertalrennen 1989

Das Leben der Strohballen I beim Rödertal-Rennen 1989. Foto: Henry Schöne, Leipzig

Das Leben der Strohballen II beim Rödertal-Rennen 1989. Foto: Henry Schöne, Leipzig

Der Formel-Rennfahrer Lutz Blütchen vom MTC Touring Dresden schaffte es, zusammen mit der Gemeinde Liegau-Augustusbad, in der DDR ein neues Rennen genehmigen zu lassen und einzuführen. Nur die Leute, die in dieser Zeit in der DDR gelebt haben, können erahnen, was das bedeutete und wie genial das war. Die ganze Atmosphäre  dort war wunderbar. 

Die Ergebnisse auf Puru´s Motorsportseite

Saison 1989 Teil 3