Die Markranstädter Automobilfabrik

Hugo Ruppe wurde am 15. August 1879 in Apolda in Thüringen geboren. Er studierte in Ilmenau Maschinenbau und war schon bald an den Fahrzeug- und Motorenkonstruktionen im väterlichen Betrieb A. Ruppe & Sohn maßgeblich beteiligt. Er entwickelte 1903 selbst das Apoldania-Motorrad und mit seinem Bruder Arthur die Piccolo- und Apollo-Wagen. Die Firma wurde 1907 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Hugo Ruppe schied aus und gründete in Markranstädt bei Leipzig eine eigene Automobil-Fabrik. Schon die Apoldaer Fabrikate hatten kleine luftgekühlte Viertakt-Motoren. Diesem Konzept blieb er treu und entwickelte luftgekühlte Vierzylinder-Reihenmotoren, mit stehenden Einlaßventilen und hängenden Auslaßventilen mit einem Hubraum von zunächst 1290ccm und etwa 10 PS. Es folgten bis zum Ersten Weltkrieg verschiedene Modelle mit etwas größeren Hubraum und bis zu 25 PS bei gleicher Motorbauart. Schon in dieser Zeit tüftelte er an Zweitaktmotoren und Schwunglichtmagneten, Entwicklungen, die bald zu DKW´s Erfolg führen würden. So genial, wie er mit seinen Entwicklungen war, hatte er kaufmännisch gesehen, wenig Erfolg. Schon 1911 musste er mit der MAF Konkurs anmelden, die darauf von einer Gruppe von Investoren übernommen wurde. Hugo Ruppe arbeitete von da an als technischer Direktor und Konstrukteur der Firma. Er wurde 1914 als Soldat eingezogen und kehrte nicht wieder nach Markranstädt zurück.

MAF 5/10-PS Baujahr 1908

MAF 5/10-PS Baujahr 1908

Typenschild am Rahmen des MAF 5/10

Typenschild am Rahmen des MAF 5/10

MAF Baujahr 1909 bei der "Via Regia" 2013

MAF Baujahr 1909 bei der „Via Regia“ 2013

Video verschiedene MAF bei der „Via Regia“ 2014

Teilrestaurierter MAF bei der "Via Regia" 2013

Teilrestaurierter MAF bei der „Via Regia“ 2013

Das fertig restaurierte Fahrzeug bei der "Via Regia" 2016

Das fertig restaurierte Fahrzeug bei der „Via Regia“ 2016

Weitgereister MAF eines Oldtimerfreundes aus Luxemburg bei der "Via Regia" 2016

Weitgereister MAF eines Oldtimerfreundes aus Luxemburg bei der „Via Regia“ 2016

Video MAF kommen von der Ausfahrt in Markranstädt im Jahr 2013 zurück

Motor des MAF mit hängenden Auslassventilen und stehenden Einlassventilen

Motor des MAF mit hängenden Auslassventilen und stehenden Einlassventilen

Blattfedern am Ventiltrieb des MAF D 3

Blattfedern am Ventiltrieb des MAF D 3

Nach dem ersten Weltkrieg versuchte man die Produktion der Vorkriegstypen wieder aufzunehmen, hatte damit aber keinen Erfolg. So schloss man sich 1921 den Apollowerken an und fertigte den kleineren Apollo-Typ 4/20 PS. Die Belegschaft wuchs auf 220 Angestellte und es sollen einige Hundert Fahrzeuge hergestellt worden sein. Die Firma erlosch im Jahre 1922 endgültig.

Der Markranstädter Oldtimerverein e.V. hat drei MAF-Fahrzeuge wunderschön restauriert.

zur homepage des Vereins: http://www.oldtimerverein.de/

Hugo Ruppe bei DKW

Quellen: Paul Gränz, Peter Kirchberg, Ahnen unserer Autos, Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 1975