August Horch wurde 1868 in Winningen bei Koblenz geboren. Er erlernte zunächst in der Schmiede seines Vaters das Schmiedehandwerk, studierte 1888 bis 1891 am Technikum Mittweida in Sachsen Maschinenbau, arbeitete bei einer Werft in Rostock, einem Motorenbauer in Leipzig und ab 1896 bei Carl Benz & Cie. in Mannheim als Ingenieur. Im Jahr 1899 gründete er in Köln die Horch & Cie., wo er 1901 sein erstes Automobil, das einen komplizierten aber vibrationsarmen Motor mit zwei gegenläufigen Kolben hatte, baute. Der vogtländische Investor Moritz Bauer brachte ihn dazu, 1902 nach Reichenbach in Sachsen umzuziehen. Hier wurde auch das erste Auto mit einem Vierzylindermotor der Horch Typ 3 und etwas später der Horch 14/17 PS vorgestellt. Durch die Bekanntschaft mit dem Präsidenten des Sächsisch-Thüringischen Automobil-Clubs Paul Fikentscher, der in Zwickau Stadtrat war und ein weiterer finanzstarker Investor wurde, verlagerte er 1903 das Unternehmen in die sächsische Stadt. Er konstruierte nun einen sehr modernen Vierzylindermotor mit stehenden Auslassventilen und hängenden Einlassventilen. Der Motor trieb den Horch 18/22 PS an, der die u.a. durch ihre extremen Steigungen berüchtigte sehr anspruchsvolle 2. Herkomerfahrt im Jahr 1906 gewann und ein großer Verkaufserfolg wurde. Dies mag ein kleines Schlaglicht auf die Bedeutung des Motorsports vor allem in der Pionierzeit des Automobilbaus werfen. Die Kunden bevorzugen Fahrzeuge, die ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit vor einem möglichst großen Publikum unter Beweis gestellt hatten. 

Horch 14/17 PS Tonneau von 1904 Nachbau

Horch 14/17 PS Tonneau von 1904, Nachbau im August Horch Museum Zwickau

Motor 14/17 PS im August Horch Museum Zwickau

Motor 14/17 PS im August Horch Museum Zwickau

Motor des Horch von 1904

Motor des Horch 13/35 PS, Baujahr 1911

Im Jahr 1907 konstruierte Horch den Typ 26/65 mit für die damalige Zeit ungeheuren 65 PS. Er war das erste Auto mit Sechszylindermotor. An die Erfolge im Motorsport konnte aber nicht wieder angeknüpft werden. Es kam zu Differenzen mit den Aktionären. Horch hatte in seiner eigenen Firma nur noch eine Minorität in Aktien. Er schied 1909 verärgert aus und gründete direkt gegenüber der alten Wirkungstätte in Zwickau eine neue Firma, die er nach der lateinischen Befehlsform von hören audi (horch!) nannte.

Historie der Audi AG, Zwickau

Historie der Horch AG, Zwickau nach dem Ausscheiden August Horchs 1909

Horch 12/28 PS Phaeton Baujahr 1911 im August Horch Museum Zwickau

Horch 12/28 PS Phaeton Baujahr 1911 im August Horch Museum Zwickau

Horch 25/42 PS LKW Baujahr 1916

Horch 25/42 PS LKW Baujahr 1916 im August Horch Museum Zwickau

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Quellen; Paul Gränz, Peter Kirchberg, Ahnen unserer Autos, Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1975

           Wolfgang Roediger, Hundert Jahre Automobil, Urania Verlag, Leipzig Jena Berlin, 2. Auflage 1988