Um den steigenden Bedarf an Zubehörteilen, wie Motorradsättel, Vergaser und Kupplungen decken zu können, erwarb J. S. Rasmussen in Frankenberg/Sachsen eine ehemalige Kaserne. Am 28.4.1923 gründete er dort mit den Ingenieuren Blau und Figura die Metallwerke Frankenberg/Sa. GmbH. Framo wurde schnell bekannt für seine Qualität und bald bezogen die meisten Motorradhersteller Deutschlands ihre Sättel aus Frankenberg. Kleinwagen kosteten in den Zwanziger Jahren etwa 2500 Mark. Normale Arbeiter, Angestellte und Handwerker konnten sich kein Auto leisten. Viele Konstrukteure versuchten sich deshalb an „Fahrmaschinen“, Mehrspurfahrzeugen, die deutlich unter diesem Preisniveau angesiedelt waren. 

Framo LT Baujahr 1932

Framo LT, Baujahr 1932 im Museum für sächsische Fahrzeuge, Chemnitz

Framo Baujahr 1935, Detail Motor,  im Museum für sächsische Fahrzeuge, Chemnitz

Bei diesen Fahrmaschinen wurde praktisch alles weggelassen, was nicht unbedingt notwendig war. Die dreirädrigen Framo-Lieferwagen sind dafür ein gutes Beispiel. Ein DKW-Motorradmotor trieb über eine Kette das Vorderrad des Dreirads an, das als Pritschen- oder Kastenwagen bis zu einer halben Tonne transportieren konnte. Das Fahrzeug kostete mit 1375,- Reichsmark weniger als manche Motorräder und war mit den 200ccm-Motoren steuerfrei. Mit dem größeren 300ccm- Motor kosteten sie 29,- RM Fahrzeugsteuer im Jahr. So ein praktisches Gefährt konnten sich auch kleinere Händler und Handwerker leisten. Ab 1935 boten die Lastendreiräder dann etwas mehr Komfort. Sie hatten ein festes geschlossenes Fahrerhaus und erstmals auch ein Lenkrad.

Framo Stromer beim Bergrennen in Ziegenrück, 2014

Framo Piccolo Bj. 1934, Museum für sächsische Fahrzeuge

Video Framo Stromer in Ziegenrück

Die Firma zog 1933 nach Hainichen um und versuchte sich mit einem dreirädrigen Personenwagen. Mit diesem „Minimalkonzept“ versuchte man, die in die Welt gesetzte Idee vom „Volkswagen“, der maximal 999,- RM kosten sollte, umzusetzen. Zu diesem Preis konnte aber auch dieses nur 300kg leichte Dreirad nicht hergestellt werden. Auch der spätere „Kraft-durch-Freude-Wagen“ hätte niemals zu diesem Preis in Wolfsburg hergestellt werden können. Etwas ansprechender wirkte der wie ein richtiges Auto aussehende Framo Picolo, den es steuerfrei mit dem 200ccm-Einzylinder mit 6 PS Leistung und ab 1934 auch mit 9 PS starkem 300ccm-Zweitaktmotor gab. Diese Fahrmaschinen wurden aber kein Verkaufserfolg.

Der Framo-Transporter der VEB Barkas-Werke wurde aus dem V501 entwickelt. „Curbici Veterano“ Zörbig, 2009

Video Framo Pritsche bei der  „Curbici Veterano“ in Zörbig, 2009

Nach dem staatsmonoplistischen regulierten Typenprogramm der Nazis, das auch als „Schell-Programm“ bekannt wurde, sollten die Liefer-Dreiräder nur noch von den Firmen Tempo und Goliath hergestellt werden. Framo entwickelte nun einen oberhalb dieser Transporter-Klasse angesiedeltem „Einheitstyp“ V 500. Dieser hatte einen luftgekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 500 ccm und 15 PS Leistung. Der V 501 hatte ähnlich wie sein Vorgänger, der HT 600 einen wassergekühlten Zweizylinder. Es wurde auch ein Doppelkolbenmotor entwickelt, der aber erst in einigen Framos der frühen DDR zum Einsatz kam. Mit den kleinen Zweizylindern beschleunigten die agilen DKW-Zweitakter bis zu 1000 kg Nutzlast auf über 60 Stundenkilometer.

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Quellen:  Ausstellungskatalog, Museum für sächsische Fahrzeuge e.V., Chemnitz, HB- Werbung und Verlag GmbH & Co KG, Chemnitz